Kisei
Einer der sieben großen Titel im japanischen Profi-Go
Der Kisei-Titel steht für höchste Meisterschaft im japanischen Go. Früher verlieh man ihn legendären Spielern als Anerkennung für außergewöhnliches Können. Heute wird er im jährlichen Kisei-Turnier ausgespielt, das der Nihon Ki-in veranstaltet und die Zeitung Yomiuri Shimbun sponsert.
Der Kisei-Titel gehört zu den „großen Drei“ des japanischen Go – neben Meijin und Honinbo. Wegen dieses Prestiges gelten für erfolgreiche Teilnehmer besondere Aufstiegsregeln: Wer sich für die Kisei-Liga qualifiziert, steigt in den 7. Dan auf, wer um den Titel spielt, bekommt den 8. Dan, und wer ihn gewinnt, wird automatisch 9. Dan.

Der Ablauf des Kisei-Turniers
Das Kisei-Turnier läuft in mehreren Stufen ab:
- In Vorrunden spielen die Teilnehmer um einen Platz in der Hauptliga.
- Die Kisei-Liga bestimmt den Herausforderer des amtierenden Titelträgers.
- Den Abschluss bildet eine Serie über bis zu sieben Partien, jede über zwei Tage, mit acht Stunden Bedenkzeit pro Spieler.
Seit 2016 gibt es mehrere Liga-Stufen (S, A, B und C) – das gibt dem Wettbewerb zusätzliche Tiefe.
Wer den Kisei fünfmal in Folge oder insgesamt zehnmal gewinnt, erhält den Ehrentitel Ehren-Kisei, den er nach dem Rücktritt oder ab 60 führen darf. Bisher haben das nur Fujisawa Hideyuki, Kobayashi Koichi und Iyama Yuta geschafft.
Das Kisei-Turnier hat viel für die weltweite Verbreitung des Go getan. Zwischen 1985 und 2014 fand die erste Partie des Titelkampfs oft im Ausland statt – unter anderem in Seoul, New York, Amsterdam und Shanghai.