Kisei

Japanisch: Kisei 棋聖Koreanisch: Giseong 기성Englisch: Kisei

Einer der sieben großen Titel im japanischen Profi-Go

Der Kisei-Titel steht für höchste Meisterschaft im japanischen Go. Früher verlieh man ihn legendären Spielern als Anerkennung für außergewöhnliches Können. Heute wird er im jährlichen Kisei-Turnier ausgespielt, das der Nihon Ki-in veranstaltet und die Zeitung Yomiuri Shimbun sponsert.

Der Kisei-Titel gehört zu den „großen Drei“ des japanischen Go – neben Meijin und Honinbo. Wegen dieses Prestiges gelten für erfolgreiche Teilnehmer besondere Aufstiegsregeln: Wer sich für die Kisei-Liga qualifiziert, steigt in den 7. Dan auf, wer um den Titel spielt, bekommt den 8. Dan, und wer ihn gewinnt, wird automatisch 9. Dan.

Die legendären Go-Spieler Cho Chikun und Kobayashi Koichi beim Kisei-Titelkampf, im Hintergrund eine große Schar von Presse und Zuschauern, die den ikonischen Moment festhält.
1986 verteidigte Cho Chikun seinen Kisei-Titel im Rollstuhl – nur wenige Tage nach einem Autounfall

Der Ablauf des Kisei-Turniers

Das Kisei-Turnier läuft in mehreren Stufen ab:

  1. In Vorrunden spielen die Teilnehmer um einen Platz in der Hauptliga.
  2. Die Kisei-Liga bestimmt den Herausforderer des amtierenden Titelträgers.
  3. Den Abschluss bildet eine Serie über bis zu sieben Partien, jede über zwei Tage, mit acht Stunden Bedenkzeit pro Spieler.

Seit 2016 gibt es mehrere Liga-Stufen (S, A, B und C) – das gibt dem Wettbewerb zusätzliche Tiefe.

Wer den Kisei fünfmal in Folge oder insgesamt zehnmal gewinnt, erhält den Ehrentitel Ehren-Kisei, den er nach dem Rücktritt oder ab 60 führen darf. Bisher haben das nur Fujisawa Hideyuki, Kobayashi Koichi und Iyama Yuta geschafft.

Das Kisei-Turnier hat viel für die weltweite Verbreitung des Go getan. Zwischen 1985 und 2014 fand die erste Partie des Titelkampfs oft im Ausland statt – unter anderem in Seoul, New York, Amsterdam und Shanghai.