Nirensei
Zwei Sternpunkte in einer Reihe
Das Nirensei ist ein Eröffnungsschema im Go: Du setzt deine ersten beiden Steine auf die Sternpunkte derselben Brettseite. Diese Formation setzt auf schnelle Entwicklung, Flexibilität und Einfluss statt auf Gebiet. Die Form ist simpel, ihr strategisches Potenzial dafür umso größer – oft entstehen daraus große Rahmen (Moyo).
Bis in die 1930er-Jahre tauchte das Nirensei in Partien ohne Vorgabe kaum auf – man kannte es vor allem aus Vorgabepartien. Das änderten Go Seigen und Kitani Minoru, die es zu einem Teil der Bewegung „Neues Fuseki“ machten. Wegen seines Tempos und seiner Wandelbarkeit wurde das Nirensei schnell populär und gehört heute zum Grundbestand der modernen Fuseki-Theorie.
Beginnen im Profi-Go beide Spieler mit einem Nirensei auf gegenüberliegenden Seiten, entwickelt sich die Partie symmetrisch und die Strategie über das ganze Brett rückt in den Vordergrund. Mit steigendem Komi und den von der KI geprägten Stilen wird das Schema an der Spitze allerdings seltener gespielt; bei Amateuren bleibt es wegen seiner Klarheit und Stärke beliebt.
Weitere Hinweise
- Kommt auf derselben Seite ein dritter Sternpunkt dazu, wird daraus ein Sanrensei – drei Sternpunkte in einer Reihe.
- Das älteste bekannte Nirensei in einer Profipartie ohne Vorgabe spielte Honinbo Shuwa 1838.
- Das Schema lässt viele Fortsetzungen zu: den Rahmen ausbauen, früh angreifen oder flexibel auf Invasionen antworten.