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So gelingt ein guter Screencast

Inhalt

Das brauchst du
Wo du die Ausrüstung kaufst
Kamera
Mikrofon
Hintergrund
Licht
Kameraeinstellungen
Kleidung und Auftreten
Bildschirmaufnahme und virtuelles Brett
Dreh und Schnitt

Das brauchst du

  • Computer, Schreibtisch und Stuhl
  • Kamera
  • Mikrofon
  • Mindestens eine gute Lichtquelle
  • Hintergrund

Für die Ausrüstung musst du mindestens 100–150 $ einplanen. Wenn es besser sein soll, sind es 200–300 $ für hochwertigere Technik.

Wo du die Ausrüstung kaufst

Videotechnik hält ziemlich lange, deshalb sparst du viel, wenn du gebraucht bei Amazon, Ebay oder in Auktionen kaufst. Auch AliExpress und andere günstige Onlineshops sind eine Option.

Wenn du nicht regelmäßig Videokurse machen willst, leih dir die nötige Technik bei Freunden oder miete sie.

Achtung! Bitte kaufe nichts ohne unsere Zustimmung

Kamera

Du brauchst eine gute Kamera.

Die niedrigste akzeptable Auflösung ist FullHD (1080p). Ideal sind 4K.

Handy

Moderne Handys haben inzwischen richtig gute Kameras. Du kannst dein eigenes Handy nehmen. 

Wenn du ohnehin ein neues Handy kaufst, achte auf eine gute Kamera. Unter den günstigen Modellen eignen sich Xiaomi oder Samsung. Die besten Kameras stecken aber wohl in iPhones.

Webcam

Die Webcam ist die günstigste Möglichkeit, Videos aufzunehmen. Es gibt viele gute Modelle; wir empfehlen diese zwei:

  • Logitech C922 (gebraucht ab 70 $)
  • Logitech Brio (gebraucht ab 160 $), die kann 4K

Digitalkamera (DSLR)

Das ist die beste Qualität, aber auch die teuerste Variante.

Die wichtigsten Vorteile einer DSLR:

  1. Wechselobjektive. Du kannst jederzeit ein anderes, besser passendes Objektiv ansetzen
  2. Ein relativ großer Sensor im Vergleich zu Handys und Webcams – das Bild wird besser und rauscht weniger. 

Unsere ersten Kurse haben wir mit einer Canon 6d und einem Xiaomi Redmi gedreht. Heute nutzen wir die Sony A6300 – die beste 4K-Kamera in ihrer Preisklasse. Mit Kit-Objektiv hat sie uns 600 $ gekostet.

Die Sony A6000 gibt es ab 400 $ und ist ebenfalls eine gute Wahl – dieselbe Kamera wie unsere, nur ohne 4K.

Auch Sony A5000 und Sony NEX-6 (ab 200 $) reichen zum Filmen aus.

Neben Sony gibt es viele weitere gute Marken, etwa Fujifilm, Panasonic oder Olympus. Bei der Auswahl beraten wir dich jederzeit.

Von Kompaktkameras raten wir ab: Wechselobjektive gibt es dort nicht, und viel besser als ein Handy sind sie auch nicht.

Wenn du streamen oder direkt von der DSLR auf den Computer aufnehmen willst, brauchst du eine Capture-Card. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis hat die Elgato CamLink 4K, gebraucht ab etwa 120 $.

Mikrofon

Es überrascht viele, aber das Wichtigste an einem Video ist der Ton. Deshalb brauchst du unbedingt ein Ansteckmikrofon. 

Das BOYA BY-M1 ist die günstigste und sinnvollste Wahl und kostet 20–30 $. Damit haben wir unsere ersten Kurse gedreht. Du kannst es an Kamera oder Computer anschließen.

Beachte: Kamera und Computer nehmen den Ton eines externen Mikrofons unterschiedlich auf. Vergleiche die Tonqualität und nimm die bessere Variante. 

Fast alle Aufnahmegeräte regeln die Empfindlichkeit automatisch. Schalte das besser ab. Beim Aufnehmen sollte der Pegel nicht über -12 dB liegen. 

Wenn du magst, kannst du auch ein Studio-Kondensatormikrofon nehmen, das sich per USB anschließen lässt – das ist praktisch. Die Qualität ist besser, der Preis allerdings auch höher: halbwegs gute Modelle gibt es ab 50 $, gebraucht günstiger.

Ritmix RDM-230 (60 $)

Wenn du dir etwas Besseres leisten kannst, melde dich – dann besprechen wir andere Optionen.

Hintergrund

Am besten nimmst du eine gut gestaltete Ecke deiner Wohnung als Hintergrund. Ein Bücherregal oder einfach eine einfarbige Wand reichen völlig – Hauptsache, nichts lenkt ab.

Wenn du keinen passenden Hintergrund hast, kauf dir einen Hintergrundstoff für 20–30 $. Nach unserer Erfahrung ist Schwarz am einfachsten zu handhaben.

Überleg dir auch, wie du den Stoff aufhängst. Entweder du bastelst etwas aus dem, was da ist, oder du kaufst ein Hintergrundsystem für 30–70 $.

Licht

Das große Geheimnis eines guten Bildes ist gutes Licht. Wenn genug davon da ist und es richtig steht, sieht sogar ein Handyvideo klasse aus.

Für Studiolicht musst du mindestens 80 $ einplanen.

Außerdem musst du die Fenster komplett abdunkeln, damit kein Tageslicht ins Bild fällt. Nimm Verdunkelungsvorhänge oder dreh abends, wenn es dunkel ist.

Vergiss nicht, beim Dreh das normale Zimmerlicht auszuschalten! Dreh zügig, damit sich das Licht zumindest innerhalb einer Lektion nicht ändert. Wenn das schwer zu schaffen ist oder das Licht nicht reicht, steig lieber auf Studiolicht um.

Du brauchst zwei Lichtquellen:

  • Das Hauptlicht, auch Key Light genannt
  • Das Aufhelllicht

Das Hauptlicht heißt auch Key Light. Die Lampe muss recht kräftig sein, darf dich aber nicht blenden – der Dreh soll angenehm bleiben.

Das Aufhelllicht erhellt die Schattenseite des Gesichts. Diese Lampe sollte etwa 20 % der Leistung der Hauptlampe bringen, damit nur ein zarter Schatten bleibt:

Welche Lampen du kaufen solltest

Gute Studiolampen unterscheiden sich von normalen Haushaltslampen in Farbtemperatur und Farbwiedergabeindex (CRI). Im Studio nutzt man Lampen mit 5500K. Gute Lampen haben einen CRI > 90.

Ringlichter sind eine gute Wahl für Haupt- und Aufhelllicht. Ein gutes Ringlicht gibt es ab 50 $. Je größer der Durchmesser, desto gleichmäßiger das Licht und desto weicher die Schatten. Empfohlen sind mindestens 36 cm.

Achte beim Kauf auf den CRI. Bei billigen Ringlichtern fehlt die Angabe oft ganz – dann ist der CRI sehr niedrig. Die Farbtemperatur sollte bei rund 5500K liegen.

Als Aufhelllicht kannst du auch einen Reflektor probieren. Der ist deutlich billiger als ein LED-Ringlicht, muss aber richtig aufgestellt werden. Es gibt noch andere Sparmöglichkeiten beim Aufhelllicht – frag uns einfach.

Extras (optional)

Zwei Lichtquellen reichen völlig, aber wenn du mehr willst, kannst du das hier ergänzen:

Kantenlicht. Es trennt die Person vom Hintergrund. Meist ist es ein schmaler Lichtstrahl, der von hinten auf Schultern und Haare fällt, damit die Person nicht mit dem Hintergrund verschmilzt.

Hintergrundlicht. Es setzt den Hintergrund in Szene und macht ihn interessanter. Wenn eine Ecke deiner Wohnung den Hintergrund bildet, stell ein paar kleine Deko-Lampen dazu.

Kameraeinstellungen

Achte unbedingt auf den Kameramodus! Nimm den manuellen Modus, damit sich die Einstellungen beim Dreh nicht verändern. Sonst wird der Schnitt schwierig.

Wir empfehlen dir dieses Video zu den wichtigsten Kameraeinstellungen:

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Auflösung
Nimm die höchste mögliche Auflösung, mindestens FullHD (1080p). Das Maximum sind 4K (2160p). Das Seitenverhältnis sollte 16:9 sein. Wenn das nicht geht, etwa weil der Tisch zu kurz ist oder an den Bildrändern etwas zu sehen ist, nimm 3:2.

Bitrate
Wenn deine Kamera die Bitrate einstellen lässt, nimm den höchsten Wert. Eine höhere Bitrate heißt mehr Daten pro Bild und damit mehr Spielraum beim Schnitt. Sinnvoll sind 25–30 Mbit/s für FullHD und 50–60 Mbit/s für 4K.

Codec
Nimm am besten H.264. Verwende kein H.265 (HEVC).

Bildrate (FPS)
Am besten ist der Filmstandard 24/25 fps.

Mit Studiolicht musst du wissen, welche Netzfrequenz dein Land hat – 50 oder 60 Hz. Diese Frequenzen entsprechen den Normen PAL und NTSC. In Europa sind es zum Beispiel 50 Hz (PAL). PAL arbeitet mit Vielfachen von 25, deshalb nimmst du 25 fps, sonst flimmert das Bild. In den USA sind es 60 Hz (NTSC), dort also 24 fps.

Ab Werk stehen die meisten Kameras auf NTSC mit 24/30/60 fps. Für andere Bildraten musst du in den PAL-Modus wechseln.

Verschlusszeit
Die Verschlusszeit soll genau doppelt so hoch sein wie die Bildrate. Bei 24/25 fps also 1/50, bei 30 fps 1/60.

Wenn das Licht nicht reicht und das Video zu dunkel ist, setz die Verschlusszeit gleich der Bildrate: 1/25 bei 25 fps und 1/30 bei 30 fps.

Blende
Je weiter die Blende offen ist, desto heller das Bild. Am Handy lässt sie sich meist nicht verstellen. An der Kamera sind F3.5 oder F4.0 optimal.

ISO
ISO ist die Empfindlichkeit des Sensors. Ein höherer ISO-Wert macht das Bild heller, erzeugt aber mehr Rauschen. Dreh deshalb immer mit dem niedrigsten möglichen ISO-Wert. 

Belichtung
Diese drei Werte – Verschlusszeit, Blende und ISO – bestimmen die Belichtung, also wie hell oder dunkel dein Video wird. Verschlusszeit und Blende liegen bei uns praktisch fest, die richtige Helligkeit hängt also am ISO-Wert. Wenn du ihn zu hoch drehen musst (über 800), reicht dein Licht nicht und du musst es neu aufbauen.

Fokus
Stell besser manuell scharf, damit der Schärfepunkt nicht versehentlich springt. Das ist besonders wichtig, wenn der Autofokus deiner Frontkamera schlecht ist. Prüfe immer, ob das Bild scharf ist.

Zoom
Benutze auf keinen Fall den digitalen Zoom! 

Einen optischen Zoom haben in der Regel nur Fotokameras (DSLR). Nutze ihn, wenn das Objektiv sehr weitwinklig ist oder an den Bildrändern Überflüssiges auftaucht.

Kameraposition
Die Frontkamera steht etwas unterhalb der Augenhöhe des Lehrers, damit er den Zuschauer wie selbstverständlich anschaut. Der Kopf liegt dabei etwa auf Höhe des Goldenen Schnitts, also im oberen Drittel des Bildes. Nach oben bleibt noch etwas Luft.

Blende die Gitterlinien ein, dann fällt das Ausrichten leichter.

Weißabgleich (WB)
Das ist wohl der schwierigste Teil. Stell den Weißabgleich lieber manuell ein, damit er sich beim Dreh nicht ändert. Die Farben sollen natürlich wirken, und Weiß muss wirklich weiß sein, ohne Grün- oder Violettstich. 

Fotokameras haben dafür meist einen manuellen Modus: Fotografiere bei eingeschaltetem Licht ein weißes Blatt Papier, die Kamera berechnet den Weißabgleich. Profis nehmen dafür eine Graukarte.

Am Handy wird der Weißabgleich in Kelvin eingestellt. Wähle einen Wert, der natürlich aussieht.

Wenn es manuell nicht klappt, nimm Voreinstellungen wie „Tageslicht“ oder „bewölkt“. 

Den automatischen Weißabgleich kannst du nur bei Tageslicht verwenden.

Farbprofil
Wenn deine Kamera Farbprofile anbietet, nimm das neutralste. Auch der Kontrast sollte möglichst niedrig stehen. 

Color Checker
Diese Farbkarte hilft, die Farben in der Nachbearbeitung schneller und genauer zu korrigieren. Du musst sie beim Dreh nur einmal kurz in die Kamera halten. Gute neue Karten kosten ab 50 $. Du kannst auch eine gebrauchte nehmen oder sie dir von einem Fotografen leihen. 

Schön, wenn du einen Color Checker hast – wenn nicht, ist es aber auch kein Problem.

Manuelle Einstellungen am Handy
Die vorinstallierten Apps bieten meist keine manuellen Einstellungen. Dann brauchst du eine spezielle App, die das kann.

Für Android: Open Camera, Manual Camera, FiLMiC Pro
Für iOS: ProMovie Recorder, FiLMiC Pro

Manuelle Einstellungen der Webcam
Webcams lassen manuelle Einstellungen meist zu. Du findest sie in der zugehörigen App oder in OBS.

Bitte hilf mir, meine Kamera einzustellen!
Jede Kamera ist anders aufgebaut, das meiste musst du selbst herausfinden. Zu vielen Modellen gibt es Videos auf YouTube.

Bei Problemen oder Fragen melde dich einfach bei uns.

Kurz zusammengefasst

  • Kamera auf manuellen Modus stellen
  • Höchste Auflösung und Bitrate
  • 24 fps (NTSC) in den USA
  • Verschlusszeit 1/50
  • Blende F3.5-4
  • Manueller Weißabgleich
  • Neutrales Farbprofil
  • Manueller Fokus

Kleidung und Auftreten

Zieh dich nicht zu leger an. Wir empfehlen ein einfarbiges Hemd, das sich gut vom Hintergrund abhebt.

Bildschirmaufnahme und virtuelles Brett

Als virtuelles Brett empfehlen wir die App Sabaki mit unserem Theme gomagic-screencast.asar. Wähle die Datei einfach im Einstellungsmenü von Sabaki aus.

Koordinaten und der Fuzzy-Modus (bei dem die Steine leicht versetzt liegen) müssen ausgeschaltet sein.

Du bereitest zwei Dateien vor und schickst sie uns – Bearbeitung und Schnitt übernehmen wir:

  • Das Video aus der Kamera
  • Das Video vom Bildschirm

Nimm den Bildschirm mit OBS auf, mit diesen Einstellungen:

  1. Höchstmögliche Bildschirmauflösung
  2. Bitrate 15000 kbit (15 Mbit/s)
  3. Dieselbe Bildrate wie die Hauptkamera
  4. Downscale-Filter – Lanczos
  5. Aufnahmeformat MP4
  6. Audio-Bitrate 320 kbit/s (Maximum)

Damit wir die beiden Videos (Frontkamera und virtuelles Brett) synchronisieren können, muss in beiden der Ton mitlaufen. Die Qualität des zweiten Mikrofons spielt dabei keine Rolle. 

Wichtig ist nur: In OBS müssen der Computerton (das Klacken der Steine) und der Mikrofonton getrennt aufgenommen werden. Wie das geht, zeigt dieses Video: https://www.youtube.com/watch?v=ZdFeCaStTbw 

Wenn du OBS noch nie benutzt hast und nicht weiterkommst, such Tutorials auf YouTube oder frag uns.

Dreh und Schnitt

Prüfe zuerst, ob alles richtig aufgebaut ist. Dreh außerdem ein Testvideo und schick es uns.

Danach lass die Einstellungen unangetastet – besser noch: schreib sie dir auf! Markiere am besten auch die Standorte deiner Technik auf dem Boden, dann geht der Aufbau beim nächsten Mal schneller.

Ändere während des gesamten Kurses keine Einstellungen!

Denk daran, dass wir alle gedrehten Videos bearbeiten und schneiden. Du kannst also etwas zeigen und darauf bauen, dass später Grafiken dazukommen. Und keine Sorge, wenn nicht alles in einem Rutsch klappt: Wir suchen die besten Stellen heraus und setzen sie zusammen. Kurz gesagt – wir fügen etwas Magie hinzu!

Leitfaden zur Kurserstellung
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Merkblatt für Kursautoren