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Einen Kurs konzipieren

Thema

Wähle das Thema, das du am besten beherrschst. Gibt es mehrere davon, kannst du die Nutzer über das interessanteste abstimmen lassen. Ist es dein erster Kurs, empfehlen wir ein kleines Thema mit 3 bis 5 Lektionen. 

Kursziel und Zielgruppe

Du musst genau wissen, an wen sich dieser Kurs richtet und welche Ziele er verfolgt.

Angenommen, dein Kurs richtet sich an Spieler mit 15 Kyu und soll die Prinzipien des Überlebens in der Ecke vermitteln.

Oder anders gesagt:

Vor dem Kurs – ein 15 Kyu, der nicht weiß, wie man in der Ecke überlebt.
Nach dem Kurs – ein 10 Kyu, der die wichtigsten Prinzipien von Leben und Tod in der Ecke kennt und versteht.

Und du musst alles dafür tun, dieses Ziel zu erreichen. 

Die beste Improvisation ist die vorbereitete Improvisation

Schreib dir mindestens einen kurzen Plan mit allen wichtigen Punkten, die du behandeln willst. Fällt dir das Improvisieren vor der Kamera schwer, kannst du auch das komplette Skript für den Kurs schreiben. Denk aber daran, dass Gesprochenes und Geschriebenes sehr verschieden sind. Ein Gedanke, der auf dem Papier klar und verständlich wirkt, kann beim Zuhören kompliziert und schwer fassbar sein. Lies deshalb jeden vorbereiteten Text laut vor.

Für lange Passagen, in denen du viel in die Kamera sprichst, bereite einen Text vor, den du von einem Teleprompter oder Tablet abliest. Der Teleprompter braucht etwas Übung, wenn du ihn noch nicht kennst, aber damit fällt es dir deutlich leichter, als vor der Kamera zu improvisieren.

Denk daran: Eine Lektion sollte idealerweise nicht länger als 10 Minuten dauern. Nach unserer Erfahrung ist das die optimale Länge, damit die Zuschauer nicht abschweifen und sich nicht langweilen. Natürlich gibt es sehr schwierige Themen, bei denen 10 Minuten manchmal nicht reichen. Dann darf die Lektion länger sein – das absolute Maximum sind 20 Minuten. 

Reicht die Zeit nicht für alles, was du geplant hast, teile die Lektion in zwei. 

Wichtige Prinzipien und spannende Inhalte statt einer Sammlung von Brettstellungen

Beschränk dich nicht auf Stellungen auf dem Brett und theoretische Beispiele. Sprich unbedingt über die Prinzipien hinter den richtigen Zügen. Wenn du Parallelen zum echten Leben, zur Geschichte, zur Philosophie oder zu einem anderen Gebiet ziehen kannst, in dem du dich auskennst – dann nur zu.

Wir sind ganz entschieden gegen den klassischen „langweiligen Ansatz“. Bitte mach deine Lektionen so interessant wie möglich! Erzähl eine coole Geschichte, mach einen guten Witz. Alles ist erlaubt! 

„Zu leicht“ ist besser als „ein bisschen zu schwer“

Du musst dein Publikum gut kennen. Wenn du 5. Dan bist und der Kurs für 10 Kyu gedacht ist, dann schau wirklich auf einem Go-Server vorbei und sieh dir an, wie 10-Kyu-Spieler spielen. Du wirst vermutlich überrascht sein.

Wir alle sitzen einem verbreiteten Irrtum auf: Was uns einfach und klar erscheint, ist es für andere noch lange nicht. Du musst dich zurückversetzen und daran erinnern, wie du als 10 Kyu gespielt hast – und erst dann die Lektion beginnen.

Hab keine Angst davor, Lektionen zu einfach zu machen – daran ist nichts verkehrt. Deine Zuschauer können den Teil, den sie schon kennen, jederzeit vorspulen. Und eine Wiederholung hat noch niemandem geschadet. Viel schlimmer ist es, wenn die Lektion für einen Teil des Publikums zu schwer und unverständlich ausfällt. 

Prüf alles mit KataGo

Wenn du Stellungen und Beispiele für den Kurs vorbereitest, prüf sie unbedingt mit der KI, um Fehler und veraltete Informationen zu vermeiden. 

Go-Begriffe

In den Kursen von Go Magic geben wir uns große Mühe, japanische Go-Begriffe zu vermeiden. Lässt sich ein Begriff aber nicht ersetzen oder das Thema ohne ihn nicht erklären, darfst du ihn verwenden. 

Interaktive Go-Quiz im Video

Das ist eine großartige Funktion unserer Plattform, die du unbedingt nutzen solltest. Stell dir vor, du erklärst dein Thema live in einem Go-Club. Du redest doch nicht 30 Minuten am Stück ohne Pause, oder? Irgendwann hältst du inne, stellst dem Publikum eine Frage, fragst nach, wie es in dieser oder jener Situation gespielt hätte. Das bringt Schwung in die Lektion. 

Nach unserer Erfahrung bereitest du solche Fragen und interaktiven Quiz besser im Voraus vor und schreibst sie in deinen Plan. 

Quiz nach den Lektionen

Solche Quiz sollen vor allem prüfen, wie gut der Stoff der Lektion sitzt. Darauf musst du dich aber nicht beschränken. Du kannst es überprüfen. Außerdem lässt sich manchmal nicht alles in einer Lektion unterbringen – dann hebst du einen Teil für das Quiz auf. Lass den Schüler beim Lösen von Go-Aufgaben etwas Neues lernen.

Optimale Anzahl an Aufgaben pro Quiz: 5–6.

Auf eine Lektion können mehrere Quiz folgen – eines zur Wiederholung, ein anderes zum Entdecken von etwas Neuem.

Plane am besten im Voraus, welche Aufgaben nach welcher Lektion kommen. Das hilft dir, die Struktur der Lektion besser zu verstehen. 

Gestik und Spezialeffekte

Denk bitte daran: Wenn deine Schüler auf das Brett schauen, brauchst du nicht viel zu gestikulieren. Das stört nur die Wahrnehmung der Stellung.

Willst du einen bestimmten Stein oder Punkt zeigen, sag einfach „Stein A“ (als Hinweis für den Videoschnitt), und wir markieren diesen Stein bei der Bearbeitung.

Dir stehen alle Möglichkeiten unserer Videobearbeitung offen. Wir können jede Idee umsetzen, aber das braucht sorgfältige Planung. Willst du in deinen Lektionen etwas visuelle Magie zeigen, sag uns Bescheid. Wir überlegen uns den besten Weg. 

Probe

Wenn du keine Erfahrung vor der Kamera hast, übe vor dem Dreh ein wenig am Spiegel oder mit der Kamera. Achte auf Gestik, Mimik und Sprache.

Leitfaden zur Kurserstellung
So nimmst du einen Kurs am echten Brett auf
So gelingt ein guter Screencast
Einen Kurs konzipieren (du bist hier)
Merkblatt für Kursautoren