Honinbo

Japanisch: Honinbo 本因坊Koreanisch: Boninbang 본인방Chinesisch: Běn yīn fāng 本因坊Englisch: Honinbo

Wichtigkeit: ★★☆

Ein prestigeträchtiger moderner Titel und eine historische Institution

Honinbo steht für beides: eine historische Go-Institution und einen prestigeträchtigen Titel von heute. Das Haus Honinbo wurde 1612 vom buddhistischen Mönch Nikkai gegründet und war in der Edo-Zeit eine der vier großen Go-Schulen Japans. Nikkai, später Honinbo Sansa genannt, wurde offizieller Go-Lehrer des Shogunats – das festigte den Rang der Schule.

Über seine ganze Geschichte hinweg trieb das Haus Honinbo Strategie und Lehre des Go voran. Aus ihm kamen zahlreiche herausragende Spieler, darunter Honinbo Dosaku, dessen Beiträge zur Go-Theorie bis heute wirken. Sein Ansehen hielt bis ins frühe 20. Jahrhundert.

Eine historische Darstellung von Honinbo Shusaku, einem der größten Go-Spieler der Geschichte, neben einem Go-Brett sitzend.
Honinbo Shusaku

1940 löste Honinbo Shusai, das 21. Oberhaupt, die Institution auf und übergab den Titel dem Nihon Ki-in, wo er seitdem in einem Turnier ausgespielt wird. So lebt das Erbe des Honinbo im modernen Wettkampf weiter.

Der Honinbo heute

Heute ist das Honinbo-Turnier der älteste und einer der angesehensten Go-Wettbewerbe Japans. Sein Ablauf ist streng geregelt:

  • Ligasystem: In Vorrunden spielen die Teilnehmer um einen Platz in der Honinbo-Liga, einem Turnier jeder gegen jeden, das den Herausforderer bestimmt.
  • Titelkampf: Der Sieger der Liga trifft auf den amtierenden Honinbo – in einer Serie über bis zu sieben Partien, jede über zwei Tage, mit acht Stunden Bedenkzeit pro Spieler.

Wer den Honinbo gewinnt, nimmt oft einen Ehrennamen an und führt so die Tradition des historischen Hauses fort. Der Brauch zeigt, wie groß der Respekt vor dem Erbe des Go und dem Prestige des Titels ist.

Bekannte Honinbo-Titelträger

  • Honinbo Shusaku: oft „der Heilige des Go“ genannt. Shusaku ist berühmt für seine ungeschlagene Serie in den jährlichen Schlosspartien und für seinen tiefen Einfluss auf Strategie und Theorie des Go. Sein neuartiger Stil wird bis heute weltweit bewundert.
  • Honinbo Shusai: das 21. und letzte Oberhaupt der Erbfolge; entscheidend für die Umwandlung des Titels in ein Turnier.
  • Takagawa Kaku: beherrschte den Titel von 1952 bis 1961 – neun Siege in Folge.
  • Sakata Eio: hielt den Titel von 1961 bis 1967; bekannt für seinen aggressiven Stil und wichtige Bücher über Go.
  • Cho Chikun: gewann den Titel zwischen 1980 und 1998 zehnmal – herausragendes Können und bemerkenswerte Beständigkeit.
  • Iyama Yuta: das Wunderkind der Gegenwart. Er holte den Honinbo 2012 und dominiert die Go-Welt seither, oft mit mehreren großen Titeln gleichzeitig.

Willst du mehr über Japans Go-Titel wissen, lies unseren Artikel: Japans prestigeträchtigste Go-Titel.